Ein Gespräch mit Jasmina Jansen, Regionalvorsitzender von DIE JUNGEN UNTERNEHMER in Hamburg
Es gibt Gespräche, bei denen man sehr schnell merkt, dass sie Substanz haben. Nicht, weil besonders laute Thesen vertreten werden, sondern weil das Gesagte aus Erfahrung kommt. Mein Interview mit Jasmina Jansen gehört genau in diese Kategorie.
Wir haben uns auf der Impulspiloten-Couch getroffen, nachdem wir uns einige Monate zuvor bei einem Chapter-Treffen der Familienunternehmer und der JUNGEN UNTERNEHMER in Hamburg kennengelernt hatten. Jasmina war Gastgeberin dieses Abends – und schon dort wurde deutlich, wie wichtig ihr der persönliche Austausch unter Unternehmerinnen und Unternehmern ist.
Jasmina ist Vorständin der JUNGEN UNTERNEHMER in Hamburg, Unternehmerin mit mehreren Gesellschaften und seit vier Jahren aktives Mitglied im Verband. Und sie bringt sehr klar auf den Punkt, warum sie diesen Schritt gegangen ist.
Unternehmertum kann einsam sein
Auf meine Frage, warum sie sich einem Verband wie den JUNGEN UNTERNEHMERN angeschlossen hat, antwortet sie ohne Umschweife: „Um nicht mehr alleine zu sein.“
Viele ihrer Freunde, erzählt sie, führen ein ganz anderes Leben. Angestellt, mit anderen Sorgen, anderen Themen, anderen Perspektiven. Unternehmertum ist für Jasmina jedoch nicht nur ein Job, sondern ein zentraler Bestandteil ihres Lebens. Entsprechend groß war die Lücke im privaten Austausch. Themen, die sie bewegten, wurden nicht verstanden – und umgekehrt verlor sie selbst zunehmend den Bezug zu den Sorgen ihres Umfelds.
Als sie dann auf die JUNGEN UNTERNEHMER traf, änderte sich das schlagartig. Plötzlich waren da Menschen, die nicht nur zuhörten, sondern wirklich verstanden. Menschen, die ähnliche Herausforderungen kannten, ähnliche Entscheidungen treffen mussten und ähnliche Verantwortung trugen. Für Jasmina war schnell klar: Hier gehöre ich hin.
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Mehr InformationenEin Verband, zwei Generationen – ein gemeinsames Ziel
Die Familienunternehmer und die JUNGEN UNTERNEHMER gehören organisatorisch zusammen, richten sich aber an unterschiedliche Alters- und Lebensphasen. Während die Familienunternehmer eher Unternehmer:innen über 40 ansprechen, bündeln sich bei den JUNGEN UNTERNEHMERN die Interessen der unter 40-Jährigen – insbesondere rund um Themen wie Nachfolge, Wachstum und unternehmerische Entwicklung.
Beide eint jedoch das Ziel, Unternehmertum zu stärken – gesellschaftlich wie politisch. Als wirtschaftspolitischer Interessenverband haben die Familienunternehmer eine starke Stimme in Berlin. Jasmina beschreibt sehr anschaulich, wie strukturiert diese Arbeit läuft: über politische Kommissionen, eine Geschäftsstelle in Berlin, regelmäßige Umfragen unter den Mitgliedern und einen engen Austausch mit den Landes- und Regionalverbänden.
Gerade in den letzten Jahren – geprägt von Krisen, steigenden Energiepreisen und wirtschaftlicher Unsicherheit – war diese politische Arbeit aus ihrer Sicht enorm wichtig. Der Verband wird gehört, nimmt Einfluss und trägt unternehmerische Perspektiven aktiv in politische Entscheidungsprozesse hinein.
Austausch auf Augenhöhe als echter Mehrwert
Der größte Mehrwert des Verbands ist für Jasmina der Austausch auf Augenhöhe. Sie beschreibt, wie sie zu Beginn fast irritiert war, weil andere Mitglieder aktiv versuchten zu helfen. Aus einem beiläufig erzählten Thema wurden konkrete Unterstützungsangebote, Kontakte, Telefonate. Nicht aus Kalkül, sondern aus Gemeinschaft.
Durch diesen Austausch, sagt sie, sei sie erst richtig zur Unternehmerin geworden – nicht nur formal, sondern im Mindset, im Selbstverständnis und im Handeln. Die Menschen im Verband hätten sie geprägt, herausgefordert und wachsen lassen.
Krisen gehören dazu
Seit Corona, sagt Jasmina, leben wir im Dauerkrisenmodus. Ihre Haltung dazu ist geprägt von Akzeptanz und Anpassungsfähigkeit. Sie vertraut auf sich selbst, auf ihren Geschäftspartner und darauf, dass sich Lösungen finden lassen – auch wenn der erste Weg nicht funktioniert.
Immer wieder neu zu prüfen, was jetzt der richtige nächste Schritt ist, gehört für sie zum Unternehmersein dazu. Stillstand ist keine Option.
Der wichtigste Impuls für angehende Unternehmer:innen
Am Ende unseres Gesprächs frage ich Jasmina nach einem zentralen Impuls für Menschen, die Unternehmer:in werden wollen. Ihre Antwort ist klar und ohne Pathos: der Glaube an sich selbst. Ohne dieses Vertrauen – in die eigenen Fähigkeiten und darin, dass es am Ende gut werden kann – sei Unternehmertum kaum auszuhalten.
Genauso wichtig sei jedoch ein starkes Umfeld. Menschen, die ähnliche Wege gehen, die verstehen, mitdenken und mittragen. Denn alleine, sagt sie, wird es nicht nur schwerer, sondern auch deutlich zweifelhafter.
Dieses Gespräch zeigt sehr eindrücklich, was Unternehmertum wirklich bedeutet – jenseits von Hochglanzbildern und Erfolgsmythen. Es geht um Verantwortung, Gemeinschaft, Entwicklung und darum, sich gegenseitig zu stärken. Netzwerke sind dabei kein Bonus, sondern ein Fundament.
Danke, liebe Jasmina, für deine Offenheit und Klarheit.
Bleibt flexibel – und offen für Neues!
Eurer Ralf Schmitt
und das Team der Impulspiloten