Copy and paste


In der Speakerszene sagt man – vermutlich um nicht zu vielen Kollegen auf die Füße zu treten – „kopieren sei die höchste Anerkennung“. Ich frage mich nur, ob ich mich tatsächlich anerkannt fühlen würde, wenn jemand meine Inhalte kopierte. Oder, ob ich meine Anerkennung an einen Kollegen, wenn ich seine Arbeit denn wirklich schätzte, nicht vielleicht doch anders ausdrücken sollte.

Was macht einen guten Speaker aus?

Der Knackpunkt, um ein guter Speaker zu sein, liegt für mich persönlich darin, authentisch zu sein. Ein authentischer Vortrag entsteht aus der Erfahrung des Redners und seiner Persönlichkeit. Dazu muss man nicht notwendigerweise mehrere Jahrzehnte an Lebenserfahrung auf dem Buckel haben. Erfahrungen muss man einfach machen, zulassen, sich darauf einlassen, offen sein für den Moment, „ja“ sagen zum Unbekannten und auch mal ein Risiko eingehen. Nur dann erlebt man Geschichten, aus denen ein guter Speaker Botschaften und Themen entwickelt, die zum Nachdenken anregen.
Diese Geschichten erlebt man nicht auf Facebook, sondern da draußen. Indem man mit offenen Augen, offenen Ohren und vor allem offenem Herzen durch die Welt geht und sich ab und an einen Moment Zeit nimmt, das Leben wirken zu lassen.

„Seesterne“ hinterlassen keine Spuren

Ein guter Speaker klaut – äh pardon – „kopiert“ nicht, sondern überzeugt mit seinen eigenen Inhalten, Übungen, Geschichten und Pointen. Denkt daran – um noch einmal die Weisheit eines anderen zu bemühen: „Wer in die Fußstapfen eines anderen wandelt, hinterlässt selbst keine eigenen Spuren.” – soll wohl Wilhelm Busch gesagt haben, oder Che Guevara. Genau rekonstruieren kann man das schon gar nicht mehr. Sowas passiert dann nämlich…!
Und wenn jetzt noch einmal jemand William Wankers Kindheitserinnerung in seinem Vortrag als seine eigene ausgibt und behauptet, er oder sie hätte damals den Seestern zurück ins Wasser geworfen wird mir schlecht – und Willi schickt seine Jungs aus Russland!
In diesem Sinne – bleibt flexibel
Euer Ralf Schmitt

William Wanker 150 % Seastaring from Ralf Schmitt on Vimeo.