Humor ist… wenn der Chef einen Witz macht

Nein, natürlich nicht! Aber je nach Position im Unternehmen schleicht sich vielleicht der Gedanke ein, ob man nicht doch sicherheitshalber Lachen sollte.
Ob der Chef nun witzig ist oder nicht – darüber lässt sich streiten. Sicher ist jedoch, dass es viele verschiedene Arten des Humors gibt, die sehr positive Effekte haben können. Wohl dosiert kann Humor gerade im Businessalltag ein gutes Mittel sein, um beispielsweise Anspannungen zu lösen und eine vertraute Atmosphäre zu schaffen. Zu den vielen Aspekten von Humor im Business-Kontext werde ich im April 2018 in Würzburg mit meiner Kollegin Eva Ullmann vom Deutschen Humor Institut einen dreitägigen Workshop geben, den HumorDialog 2018.

Humorvoller Umgang mit Störungen

Eine Stresssituation, die mir persönlich in meinem Berufsalltag auf der Bühne immer wieder passiert, ist der Umgang mit Störungen. Als Moderator oder Vortragsredner habe ich nur eine einzige Chance, meinen Job auf der Bühne gut zu machen. Passiert etwas Unvorhergesehenes greift die alte Show-Regel: „The show must go on“.
Dabei habe ich während meiner Bühnenlaufbahn verschiedene Methoden entwickelt, wie ich mit Störungen humorvoll umgehe. Zwei davon verrate ich Euch heute, denn sie lassen sich einfach auf Präsentationssituationen im Büro übertragen.

Was würde der Warm-Upper tun?

Der innere Monolog ist eine Grundtechnik, mit der ich immer als Warm-Upper gearbeitet habe, um das Publikum bei Pannen im Studio bei Laune zu halten. Wenn zum Beispiel eine durchgebrannte Studiolampe repariert werden musste, begann ich laut, einen inneren Monolog über die Situation zu führen. Ich beschrieb alles genau, wie die Techniker kommen und sich fühlen, wie sich die durchgebrannte Lampe jetzt fühlt… . Meistens kam es dann ziemlich schnell zu Lachern im Publikum.

Für Deine Präsentationssituation, wenn zum Beispiel der Beamer ausfällt, ist mein Tipp: Betrachte Dich aus der Vogelperspektive und beschreibe die Situation, wie Du Dich gerade fühlst. Du bist jetzt der Loser. Versetz Dich in die Rolle eines Zuschauers und wenn Du es ganz abgefahren magst, versetze Dich in die Rolle des Beamers. „Ich kann die Lampe verstehen, dass sie ihren Geist aufgibt. So toll ist meine Präsentation wirklich nicht …“. Das bringt Lachen und Spaß in Deine Präsentation und die Zuschauer merken, wie spontan Du bist.

Impro-Spieler leben von Störungen

Impro-Spieler können alles, außer Text lernen. Deshalb bekommen sie ihre Spielansätze permanent aus dem Publikum zugerufen. Damit basiert ihr ganzes Konzept auf Störungen aus dem Publikum.
Mache es genauso bei Deinem Vortrag. Sobald es Störungen oder Zwischenrufe gibt, baue diese in Deine Geschichte ein. Ein typischer “Impro-Zwischenfall“ wäre ein aufgedrehtes Publikum, das auch während der Szenen weiterhin Vorschläge dazwischen ruft. Wenn das doch einmal zu anstrengend wird, dann kommentiere ich es mit dem Satz: “Heute höre ich permanent Stimmen in meinem Kopf”. Die typische Reaktion darauf ist Lachen und danach herrscht meist Ruhe.

Kann man Humor denn nun lernen?

Man muss es gar nicht – denn jeder Mensch bringt seinen eigenen, humorvollen Fingerabdruck mit. Man kann sich aber mit Humor bewusst beschäftigen und sich seine positiven Effekte klar und nutzbar machen. Wer Lust hat, sich intensiver mit diesem Thema auseinander zu setzen ist herzlich eingeladen, sich zum Humor-Dialog in Würzburg anzumelden. Mehr dazu hier

Bleibt flexibel
Euer Ralf Schmitt

Humordialog 20. – 22. April 2018 from Ralf Schmitt on Vimeo.