Denken wir noch oder fühlen wir schon? Was Events wirklich unvergesslich macht

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Was macht ein Event eigentlich zu einem Event, über das Menschen noch lange sprechen? Sind es die spektakulären Locations, die großen Budgets oder die perfekten Abläufe?

Im Gespräch mit Nadja Kahn, CEO von Kahnevents und seit Jahrzehnten in der Eventbranche zuhause, wurde schnell klar: Es ist etwas anderes. Es sind die Emotionen.

Nadja hat in ihrer Karriere weit über tausend Veranstaltungen umgesetzt – von internationalen Incentives über Conventions bis hin zu exklusiven Markenevents.
Was sie dabei gelernt hat: Wir sprechen oft davon, dass ein Event „emotional“ sein soll. Aber die entscheidende Frage lautet eigentlich: Welche Emotion wollen wir erzeugen?

Begeisterung? Verbundenheit? Inspiration? Motivation? Oder vielleicht sogar Nachdenklichkeit?

Genau hier beginnt für Nadja die eigentliche Eventkonzeption. Noch bevor über Technik, Location oder Teilnehmerzahlen gesprochen wird, stellt sie ihren Kunden eine andere Frage: Mit welcher Emotion kommen die Gäste an – und mit welcher sollen sie wieder gehen? Eine einfache Frage, die überraschend selten gestellt wird.

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Emotionen brauchen eine Sprache

Aus dieser Faszination für Emotionen entstand auch ihr Buch „Denken wir noch oder fühlen wir schon?“.

Gemeinsam mit ihrem Mann entwickelte sie den sogenannten „Globe of Emotions“, ein Modell, das Menschen dabei helfen soll, ihre eigenen Gefühle und die Emotionen anderer besser zu verstehen.

Die Grundidee: Wir bewegen uns ständig zwischen unseren persönlichen Bedürfnissen und den Emotionen, die wir gemeinsam mit anderen erleben. Wer seine Gefühle besser versteht, trifft bewusstere Entscheidungen, kommuniziert klarer und gestaltet Beziehungen erfolgreicher.

Ein Gedanke, der nicht nur für Führungskräfte spannend ist, sondern auch für die Eventbranche.

Denn letztlich gestalten wir Veranstaltungen für Menschen – und Menschen erinnern sich selten an jede Folie oder jede Agenda. Sie erinnern sich daran, wie sie sich gefühlt haben.

Die emotionale Reise eines Events

Besonders spannend fand ich Nadjas Blick auf die emotionale Dramaturgie einer Veranstaltung.

Für sie beginnt ein gelungenes Event bereits in dem Moment, in dem Gäste ihren Alltag hinter sich lassen. Statt über Staus, Verspätungen oder stressige Anreisen zu sprechen, sollte ein Event den Menschen das Gefühl geben: Schön, dass du da bist. Jetzt beginnt etwas Besonderes.

Danach braucht es einen ersten Überraschungsmoment. Nicht zwingend groß oder teuer. Oft reicht eine unerwartete Geste, eine persönliche Aufmerksamkeit oder ein Detail, das zeigt: Hier hat jemand mitgedacht.

Anschließend kommen die Faktoren ins Spiel, die häufig unterschätzt werden: Atmosphäre, Licht, Sound, Gerüche, Essen, Getränke und vor allem die Begegnungen zwischen Menschen.

Irgendwann entsteht dann der entscheidende Moment: Der Gast wird vom Zuschauer zum Teil des Geschehens. Erst dann entsteht echte Beteiligung. Und genau daraus werden Erinnerungen.

 

Höher, schneller, weiter? Sinnvoller und bewusster!

Auch die Eventbranche selbst hat sich verändert.

Früher stand oft das Motto „höher, schneller, weiter“ im Mittelpunkt. Heute spielen andere Themen eine deutlich größere Rolle: Nachhaltigkeit, Sinnhaftigkeit, Compliance und der bewusste Umgang mit Ressourcen.

Incentive-Reisen sind längst mehr als reine Belohnung oder Unterhaltung. Unternehmen achten stärker auf Inhalte, Mehrwert und nachhaltige Konzepte.

Für Nadja ist das eine positive Entwicklung. Denn Events sollen nicht nur beeindrucken, sondern Wirkung entfalten.


Das perfekte Event gibt es vielleicht doch

Auf meine Frage, ob es das perfekte Event überhaupt gibt, hatte Nadja eine Antwort, die hängen geblieben ist.

Ein perfektes Event ist für sie eines, das Menschen so berührt, dass sie es wie einen kleinen Schatz in ihrem Herzen mitnehmen. Nicht die Inszenierung steht dabei im Mittelpunkt, sondern die Erinnerung, die bleibt.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis unseres Gesprächs: Gute Events werden organisiert. Großartige Events werden gefühlt.

Die Frage ist also nicht nur, was deine Gäste sehen oder hören. Die spannendere Frage lautet: Was sollen sie fühlen?

 

Bis dahin – bleibt flexibel! 

eueR Ralf Schmitt 

und das Team der Impulspiloten

Autor

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    Ralf Schmitt ist Moderator, Keynote Speaker und Autor für Fehlerkultur, Mindset, Change und Flexibilität in Unternehmen. Unternehmen buchen ihn, wenn es darum geht, mit Unsicherheit souverän umzugehen, ein starkes Ja-Mindset zu entwickeln und Veränderung aktiv zu gestalten.

    Er zählt zu den prägenden Speakern für moderne Führung, Zusammenarbeit und Veränderung in Unternehmen und steht für Keynotes mit hoher Interaktion, klarer Business-Relevanz und unmittelbarer Umsetzbarkeit – getragen von langjähriger Bühnen- und Praxiserfahrung sowie einer starken Mischung aus Expertise und Humor.

    In seinen Vorträgen zeigt er, wie Unternehmen, Teams und Führungskräfte Fehler als Fortschritt nutzen, Flexibilität trainieren und auch unter Druck handlungsfähig bleiben.

    Als Autor, Podcaster, Gründer der Impulspiloten GmbH und Initiator von ImproHotel entwickelt er Formate für Organisationsentwicklung, die Zusammenarbeit, Führung und Veränderung nachhaltig stärken.

    Mehr über seine Arbeit:
    👉 www.schmittralf.de
    👉 www.impulspiloten.de
    👉 www.improhotel.de

    👉 Podcast „Experten Talk

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