Es gibt diese Tage, da sagt man eigentlich den richtigen Satz, aber im völlig falschen Zusammenhang – und bemerkt den Fehler gar nicht…Ob man dann peinlich berührt ist, oder statt dessen etwas Positives daraus zieht bliebt jedem selber überlassen.
Vor kurzem war ich für die Moderation einer Firmenveranstaltung einer großen Baumarktkette engagiert. 400 Zuschauer saßen im Saal und ich war gerade während einer Podiumsdiskussion in den einzelnen Reihen unterwegs, um Gespräche mit den Mitarbeitern zu führen oder das Mikro an sie weiterzureichen. Plötzlich meldete sich eine jüngere, attraktive Mitarbeiterin, die mitten im Publikum ihren Platz hatte, zu Wort. Sie wartete nicht, bis ich mit dem Mikrofon bei ihr war, sondern begann sofort ihre Frage zu stellen. Da ich mich mit dem Mikrofon erst zu ihrer Sitzreihe durchkämpften musste, rief ich ihr zu:
»WARTEN SIE KURZ AUF MICH! BEI IHNEN KOMMT MAN IMMER SO SCHWER REIN …«
Kurze Pause
Dann schallendes Gelächter im ganzen Saal, während ich meinen Versprecher noch immer nicht bemerkte. Mein verstörtes Gesicht – und mein Statusverlust – machte die Situation jedoch für das Publikum nur noch komischer.
Perfektion ist Langweilig
Perfektion mag auf den ersten Blick ein erstrebenswertes Ziel sein. Eine Moderation ist sauber ausgearbeitet, die Fakten für die Präsentation sind doppelt gecheckt und im Idealfall wurde der Vortrag sogar geprobt. Die Informationen fließen also sauber und ungehindert von Dir zu Deinen Zuhörern. Freundliche Gesichter blicken Dich unbeteiligte an. Ob jedoch von den Informationen etwas hängen bleibt, ist nicht festzumachen. Wirklich erinnern können sich dann aber am Ende alle an den Moment, in dem man in Schweiß ausbrach, weil vielleicht der Beamer aussetzte, der Ton hakte oder das Handy versehentlich klingelte. Ändert sich der geplante Ablauf kommen die Perfektionisten ins Schwimmen. Wie schade! Denn man kann aus diesen ungeplanten Situationen so viel Positives herausholen!
Fehler positiv nutzen
Für mich war mein Versprecher am Ende ein Glücksfall. Mein Fehler, der alle zum Lachen brachte, trug dazu bei, dass die Distanz zwischen mir und dem Publikum gebrochen war. Die Hemmungen, nach diesem Zwischenfall selbst das Wort zu ergreifen, war im Anschluss viel geringer und wir konnten dadurch eine sehr entspannte Diskussion führen.
Wenn du das nächste Mal in eine vermeintlich peinliche Situation kommst hilft vielleicht dieser Gedanke aus der Artzserie Grey’s Anatomy:
»WIR MÖGEN MENSCHEN WEGEN IHRER QUALITÄTEN, DOCH LIEBEN WIR SIE WEGEN IHRER FEHLER.«
Also: Lasst mich durch – ich bin Moderator!
Bleibt flexibel
Euer Ralf Schmitt
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Ralf Schmitt ist Moderator, Keynote Speaker und Autor für Fehlerkultur, Mindset, Change und Flexibilität in Unternehmen. Unternehmen buchen ihn, wenn es darum geht, mit Unsicherheit souverän umzugehen, ein starkes Ja-Mindset zu entwickeln und Veränderung aktiv zu gestalten.
Er zählt zu den prägenden Speakern für moderne Führung, Zusammenarbeit und Veränderung in Unternehmen und steht für Keynotes mit hoher Interaktion, klarer Business-Relevanz und unmittelbarer Umsetzbarkeit – getragen von langjähriger Bühnen- und Praxiserfahrung sowie einer starken Mischung aus Expertise und Humor.
In seinen Vorträgen zeigt er, wie Unternehmen, Teams und Führungskräfte Fehler als Fortschritt nutzen, Flexibilität trainieren und auch unter Druck handlungsfähig bleiben.
Als Autor, Podcaster, Gründer der Impulspiloten GmbH und Initiator von ImproHotel entwickelt er Formate für Organisationsentwicklung, die Zusammenarbeit, Führung und Veränderung nachhaltig stärken.
Mehr über seine Arbeit:
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